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Gesichtserkennung

Europarat publiziert Leitfaden zur digitalen Gesichtserkennung

Gesetzgebung
Data Governance und Compliance
Die digitale Gesichtserkennung hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, da heutige Algorithmen äusserst komplexe Datenanalysen erstellen können. Programme zu Gesichtserkennung bearbeiten Personendaten in nie dagewesener Weise und Präzision für eine Vielzahl von Anwendungszwecken, wie etwa für das Marketing, für medizinische Behandlungen oder für Sicherheitsanwendungen. Der Europarat veröffentlichte dazu einen Leitfaden unter welchen Voraussetzungen Gesichtserkennung zulässig ist.
iusNet DigR 25.06.2021

Gesichtserkennung auf dem Vormarsch

Fachbeitrag

Die Gesichtserkennung als Einschränkung der informationellen Selbstbestimmung gemäss Art. 13 Abs. 2 BV

Biometrische Merkmale, wie z.B. das Gesicht, ermöglichen die Identifikation und die Verifikation von Personen. Die Gesichtserkennungstechnik ist heute unterschiedlich ausgestaltet und bereits in diversen Lebensbereichen einsetzbar. Obwohl die dabei erhobenen Daten besonders sensibel sind, werden sie gemäss der aktuellen Gesetzgebung nicht adäquat geschützt. Aufgrund des technischen Fortschritts ist jedoch davon auszugehen, dass die Gesichtserkennung zukünftig vermehrt eingesetzt werden wird. Um die Grundrechte angemessen zu schützen, erscheint deshalb eine Gesetzesänderung notwendig. Zentral ist dabei, dass der Anwendungsbereich der Gesichtserkennungstechnik klar definiert wird, die Bearbeitung der Daten auf den Zweck abstellt und die betroffenen Personen Auskunft über ihre Daten sowie deren Löschung verlangen können.
digma 1/2019